Einheitsbrei-Tag

Heute morgen bin ich aus dem Bett gesprungen und habe erst mal aus voller Kehle die Nationalhymne geschmettert. Wie sich das für den Einheitstag so gehört. Aus Gründen tiefen Nationalbewusstseins widmete ich meine morgendliche Frühstücks-Surf-Routine heute ganz dem Thema Deutschland. Mit großem Erfolg, denn hier kommen die Highlights dieses Ausflugs.
Zum eine das Deutschband. Ein schwarz-rot-goldenes Klebeband mit dem man sicher den Hamster der kleinen Schwester an den Käfig festmachen kann und es am Ende auf den Nationalstolz schiebt. Ein “must have”. Ganz weit oben auf der Liste steht auch der Soundtrack zu “Deutschland ein Sommermärchen”.
Und hier ein wenig Erwachsenenbildung: Das Tagesschau Quiz zur Wiedervereinigung.
Zu guter letzt eine Frage, die ich mich die ganze Zeit schon beschäftigt: Was wünscht man sich eigentlich gegenseitig zum Tag der deutschen Einheit? Gibt’s dafür einen Spruch wie “Glück auf” oder “Weidmanns Heil”?

| Von: Christian - 3 Oktober 2006, 09:16, Abteilung: Finance

  1. Ich würde auf “Herzliches Beileid” tippen, aber das ist mal wieder zuviel des Zynismus. Habe aber eine interessante Statistik gehört: 78% der Deutschen sind der Meinung, dass es am Tag der Deutschen Einheit nichts zu feiern gibt, aber 80% sprechen sich gegen eine Abschaffung des Feiertages aus.
    Soviel dazu!
    Ich finde ja man könnte sich die blühenden Landschaften anschauen fahren oder sich in Berlin Lichtenhagen als Türke zu erkennen geben, ach ich liebe den Osten!


    der_jens    3 Oktober 2006, 10:50    #
  2. naja, ich muss dem sich hier breit machenden Zynismus mal entgegen steuern! Auch wenn ich mich heute mehr über die Freizeit als den Feiertag freue, war es doch ein besonderes Erlebnis, als Berlin-Touri durch diese phantastische Stadt zu schlendern und es einem EGAL sein konnte, was früher “Osten” und was “Westen” war. Das finde ich großartig! Also feiert man die Deutsche Einheit vielleicht nicht wie die Franzosen groß mit Feuerwerk, aber manchmal klein im Herzen – jenseits vom 3. Oktober und vom Solidaritätszuschlag…


    — Sigrid    3 Oktober 2006, 12:40    #
  3. Einen wirklich interessanten Artikel habe ich bei Spiegel Online gefunden:
    http://www.spiegel.de/spiegel/0,1518,440464-2,00.html

    Ich weiß zwar, dass die Frage nicht politisch korrekt ist, aber ich frage mich manchmal schon, wie es heute bei uns aussehen würde, wenn die ganzen Mittel nicht in Richtung Osten geflossen wären…
    Trotzdem finde ich die Aspekte die in dem Essey aufgegriffen werden wirklich bedenkenswert und vor allem den geschichtlichen Kontext wichtig. Schließlich war gerade auch unser schönes Hessenland Jahrzehnte auf den Reißbretter aller Militärs und wäre bei einem Krieg als erstes untergegangen. Insofern kann man sich schon freuen, dass unser letztes wirkliches Feindbild im Süden liegt und zum Glück so schlecht Fußball spielt, dass wir uns da in naher Zukunft keine Gedanken machen müssen.


    der_jens    3 Oktober 2006, 13:48    #

 


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