Globalisierung

Also als Betriebswirtschaftler hat man ja schon eine gewisse Sichtweise auf die gesamtwirtschaftlichen Zusammenhänge und die positiven Effekte des freien Handels.
Wenn man aber mal einen Schritt zurücktritt und vielleicht ein bißchen gesunden Menschenverstand dazu nimmt und sowas wie Ethik und Werte einschaltet, kommen doch eine Fragen die es zu beantworten gilt:
Zahlreiche Jobs im Bereich der Produktion wurden in den letzten Jahren nach China verlegt. Gleichzeitig ist die Arbeitslosigkeit bei schlecht qualifizierten Menschen hoch. Das liegt nicht zuletzt daran, dass man in China die gleiche Arbeit für einen Bruchteil der Kosten erledigen kann und es sich dann immer noch lohnt das Zeug nach Europa zu verschiffen. Aber wie kommt es, dass die Produktion in China so günstig ist? Es gibt keine oder kaum Sozialabgaben, die Leute arbeiten 60-70 Stunden die Woche unter zum Teil schlechten Bedingungen, auf die Umwelt wird keine Rücksicht genommen und falls jemand für den geringen Lohn nicht bereit ist zu arbeiten, stehen schon tausende andere, ehemalige Bauern die zu Hause noch in der Steinzeit leben, bereit um den Platz einzunehmen.
Als in Südafrika die Appartheit herrschte, gab es Sanktionen und das Land wurde komplett isoliert. Ich kann nicht erkennen, dass es in China nur ein Stück besser ist, aber es scheint niemanden zu interessieren. Die Chinesen sind rigoros wenn es darum geht ihren eigenen Markt zu beschützen, aber der Rest der Welt steht ihnen offen.
Aus dem einst kommunistischen Staat ist das erste Land der Welt geworden, dass eine Kapitalismusdiktatur besitzt. Ich finde es gilt diese Entwicklung um einiges kritischer zu hinterfragen.
Ist der Sozi in ihm wieder durchgebrochen oder wird er jetzt total verrückt? Diskutiert mit!

| Von: customerofhell - 27 September 2006, 13:43, Abteilung: Research

  1. In meinem Pullover steht: Made in Bangladesh.
    Globalisierung wir kommen!


    — Christian    27 September 2006, 14:28    #
  2. Beleuchten wir das “Problem China” mal aus Sicht der Weltwirtschaft und versuchen eine Antwort auf die Frage zu finden, warum es keine Sanktionen gegen China gibt.
    Ich würde dazu sagen: Der Zug ist abgefahren! China ist mittlerweile in einem Maße in den globalen Finanzkreislauf eingebunden, dass man bei jeglichem Versuch gegen China vorzugehen niemals die USA auf seine Seite bringen könnte. Warum das so ist? China hält einen beachtlichen Teil der amerikanischen Staatsverschuldung und finanziert damit die USA.
    Die USA andererseits versucht ihr Handelsdefizit mit China zu verringern (und läuft dabei Gefahr, dass die Chinesen zu wenig Dollar haben um die Ausgabepolitik der USA weiter zu finanzieren).
    Ein Teufelskreis also, der es zumindest aus dieser Herangehensweise schwer macht gegen ein totalitäres Regime und deren Umgang mit Eigentum sowie eigenen Bürgern von außen zu verändern.

    Einen interessanten Beitrag zum Thema gibt es hier


    — Christian    28 September 2006, 11:46    #

 


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