Feldforschung: Warteschlangenproblematik an Sicherheitschecks
Warum werden die Warteschlangen an den Sicherheitschecks der Flughafen im Winter eigentlich länger?
In einer stichprobenartigen Feldforschung am Münchner Flughafen, Terminal 1, konnte das Service Department der Beantwortung dieser Frage wieder ein bisschen näher kommen.
Eine weitere Determinante scheint das erhöhte Stiefelaufkommen an Business-Frauenbeinen, bei gleich bleibend niedriger Frauen-Abtaster-Besetzung, zu sein.
So konnte heute der folgende Fall beobachtet werden:
1) Ich bin Frau Nr.4 in der Schlange. Frauen 1 – 3 tragen jeweils Stiefel.
2) Frau Nr. 1 zieht Mantel aus, legt ihn auf das Rollband und geht durch den Metalldetektor. Es piepst (welch Überraschung bei Gürtelschnalle, Uhr, Haarspange, BH und STIEFELN).
3) Frauen-Abtasterin tastet ab – es piepst…..mehrfach.
4) Frauen-Abtasterin bittet Frau Nr. 1 die Stiefel auszuziehen.
5) Frau Nr. 1 braucht dafür etwa 22 Sek.
6) Die ungeschminkte Wahrheit in Form von grauen Socken (alternativ unrasierten Beinen und/oder Strümpfen mit Motiven) kommt ans nachgeahmte Tageslicht der Flughafenhalle.
7) Frau Nr. 1 ist sichtlich peinlich berührt.
8) Männer-Abtaster des benachbarten Metalldetektors läuft mit den Stiefeln durch den Metall-Detektor (es piepst) und legt die Stiefel auf das Metallband. (folglich: benachbarter Metalldetektor ist unbesetzt)
9) Männer-Abtaster geht durch den Metall-Detektor (es piepst) zurück auf einen Abtastungs-Platz. (folglich: benachbarter Metalldetektor ist nach 6 Sek. wieder besetzt)
10) Die Stiefel wurden durchleuchtet und Frau Nr. 1 kann sich nun auf das direkt vor bzw. hinter (jedenfalls steht es im Weg herum!!!) dem Metalldetektor stehende Höckerchen setzen, um sich wieder in Ihre Stiefel zu zwängen.
Geschätzte Gesamt-Prozess-Zeit ca. 1 Min 22 Sek
Der Prozess fand analog mit Frau Nr. 2 und Frau Nr. 3 ab.
Ich glaube, sowohl Abtaster, als auch die Herren hinter (und neben) mir in der Warteschlange, waren froh, dass ich keine Stiefel trug.
Further research questions:
a) Einfluss von Wintermänteln und Schals
b) Einfluss von Gürteln im Sommer und Winter
c) Einfluss von Notebook-Aufkommen an Arbeitstagen im Vergleich zu arbeitsfreien Tagen


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Von:
Du hast eindeutig noch die Lebkuchenherzen zu Wiesn Zeiten vergessen! Das würde mich mal echt interessieren, da jedes Lebkuchenherz unter der Röntgenapparatur wie Plastiksprengstoff aussieht. Als ich damals sowas mit an Board nehmen wollte, gab das ziemlich Action.
— der_jens 26 Oktober 2006, 11:34 #
http://www.youtube.com/watch?v=wkmlj8h6U7M
— der_jens 26 Oktober 2006, 11:41 #
Du hast so recht… . Ich stand mal mit Loch im selbstgestrickten Socken 5 Minuten neben dem Metalldetektor, während die Kollengen vom Bundesgrenzschutz grade überlegt haben, ob sie meine Lieblingsstiefel noch mal durchleuchten oder lieber gleich sprengen sollen… gemäß der vorherschenden Mode trug ich zu diesem bizarren Ensemble die Hose hochgekrempelt (weil vorher IM Stiefel), was die Leute hinter mir in den Genuß von 10 cm blassem Susi-Bein zwischen orangem Socken und blauer Jeans brachte…. . Selbiges passierte mir übrigens auch beim Besuch des Bundestages in Berlin!
— Susi 26 Oktober 2006, 14:37 #
Ich finde den Einfluss von Gürteln bedenklich! Zumindest, da mein Freund Hosen trägt, die ohne Gürtel nicht halten…
— Sigrid 26 Oktober 2006, 21:37 #
Für sowas hat man doch spitze Hüftknochen ;-)
Als wir vor einiger Zeit in Glasgow durch die Kontrolle sind mussten alle bereits vorher ihre Schuhe ausziehen und durch die Röntgenmaschine schicken. Das bringt dem Flughafen ein ganz neues Aroma.
— Christian 26 Oktober 2006, 21:51 #
Oder man trägt Hosenträger:-)
Mich würde noch interessieren, in welchem Umfang das Mitbringen von Parfüm-Flakons, Shampoos, Zahnpasta, Rasierschaum oder einfacher Wasserflaschen die Prozesszeiten verlängert? Aufgrund reichlich paranoider Wahnvorstellungen dürfen wir in Europa bald ja eigentlich gar nichts mehr mit in das Handgepäck mitnehmen, oder? Aufgrund der doppelt paranoiden Engländer hat zumindest ein ehemaliger Arbeitskollege regelmäßig am Freitag nachmittag jegliche Bad-Utensilien, die mehr oder weniger flüssiger Natur sind, im Büro-Schrank deponiert…
— Sebastian 27 Oktober 2006, 11:09 #