Kundenkonflikte
Was ich echt nicht leiden kann, ist, wenn mir andere Kunden beim Aldi an der Kasse meinen durch-optimierten Einkaufsprozess kaputt machen! Selbstverständlich lege ich meine Waren strategisch so auf das Laufband, dass die, die ganz unten in den Taschen sein sollen/müssen, auch zuerst über den Scanner gezogen werden usw. Die EC-Karte (mit der das Bezahlen bei Aldi irgendwie 5x schneller funktioniert als überall sonst) habe ich natürlich schon aus dem Geldbeutel geholt und in der Hosentasche, damit sie im Moment, in dem der freundliche Kassierer fragt “EC oder bar?” schon in dem Lesegerät steckt. Ich könnte dann noch eben die letzten Sachen einpacken und den Markt verlassen, ohne einen lästigen Zwischenstopp an der Seite zu machen, um die ganzen im Korb verteilten Güter in die Taschen zu packen. Tja, schön wär’s…. Denn leider hängen ich und mein Prozess von der nicht vorherzusehenden Unfähigkeit der anderen Kunden ab, die es 95% der Fälle nicht schaffen, vom Kassentisch verschwunden zu sein, sobald der Kassierer mit meinen Waren beginnt, und sei die Anzahl ihrer gekauften Produkte auch noch so klein! Die EC-Karte/das Restgeld muss natürlich noch am Kassentisch zurück in den Geldbeutel gestopft werden, oder irgendwas wird noch im Wagen gerichtet (der Kassierer hat natürlich – um zu helfen – alles in den Wagen fliegen lassen und da liegt es nun in einem heillosen Durcheinander!). Und während meine Vorgänger das so tun, beginnt der Kassierer natürlich schon mit meinen Einkäufen, die sich dann neben ihm stapeln und sobald ich meinen Korb nur ansatzweise endlich neben ihm stehen habe, werden sie mit einem Wisch in meinen Korb katapultiert! Kann Aldi bitte mal seine Kunden erziehen???
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Von: Katrin - 14 September 2007, 09:35, Abteilung: Service


Typisches Beispiel für einen klassischen “Rollenkonflikt” in dem Rollenerwartungen und Rollenskripte inkomensurabel sind. Ich verweise zur wissenschaftlichen Fundierung dieser Problematik auf die DLM-Skripte!
— Nils 14 September 2007, 11:14 #
Und ich habe tatsaächlich noch drüber nachgedacht, wie das ganze Zeugs wieder heißt. Konnte mich nur noch an das Beispiel “bitte nicht rauchen” usw. erinnern :-)
Danke für die Auffrischung!
— Katrin 14 September 2007, 11:21 #
Ich bin einer von denen.
In mindestens 80% der Fälle verliere ich gegen die Kassiererinnen. Weil ich auch manchmal bar zahle und in meinem Geldbeutel Scheine und Münzen getrennt aufbewahrt werden wollen muss ich diese ordentlich hineinlegen. Ich kann mich an Zeiten erinnern wo es an Kassen diverser Supermärkte noch “Auslaufbänder” gab, mit einem Trennschieber, damit die Waren für jeden Kunden in einem gesonderten Abteil landen und man in Ruhe seine Sachen verstauen kann. Tetris für Große sozusagen.
Aber das scheint dank Rollenkonflikten und Erwartungen nicht mehr möglich zu sein.
Mein Gemüsehändler regelt das Problem ganz pragmatisch, ohne auch nur den geringsten Platz zu haben. Er nimmt sich einfach den Korb des Kunden hinter mir (oder vorher meinen) und packt die Sachen da rein. Ohne Tüten natürlich.
— Christian 14 September 2007, 11:40 #
Ich gehöre zur gleichen Gruppe wie Christian! Und ich bin auch für die Wiedereinführung der Ablaufbänder.
— customerofhell 14 September 2007, 12:47 #
Gerne auch Ablaufbänder (bei dm – dem Innovations-Drogeriemarkt – gibt’s die übrigens noch), aber nur, wenn sich dann bei Aldi nicht alle Kunden, die normalerweise an der Seite stehen, an den Ablaufbändern tummeln. Weil die Kassierer da soooo schnell sind, würde das dann bestimmt wieder zu Stockungen führen. Und dann wären wir wieder beim gleichen Problem. Kann Heike da nicht mal mit ihren ehemaligen Kollegen für uns verhandeln?
— Katrin 14 September 2007, 12:55 #
Ich bin mir nicht so ganz sicher ob das Problem mit Ablaufbändern zu beheben ist. Denn das ganze System wird lahm gelegt, wenn der Kunde vor einem gar nicht erst die Bereitschaft zeigt schnell zu verschwinden.
Ich erinnere mich noch dunkel an den Typ “Spanische Powermutti”, der an der Kasse versucht Multitaskingfähigkeit unter Beweis zu stellen.
Heißt: Während nicht mal ansatzweise versucht wird zügig die Ware in den Wagen zu bekommen, wird parallel dazu noch mit der Besten Freundin, oder wem auch immer, die Woche rekapituliert. Die Person hinter dieser Super-Mami, meist irgendwie ich (Murphy’s Law), schaffst dann trotzdem noch schneller aus dem Kassenbereich verschwunden zu sein als Super-Mami.
Beweis der Multitaskingfähigkeit kläglich gescheitert.
Allein der Wille zählt! Und ich zahl bei Aldi meistens noch bar ;-)
— Anna 14 September 2007, 15:42 #
Da sind wir ja bei meinem Lieblingsthema. Die Unart Kunden dazu zu zwingen so schnell wie möglich alles in Ihren Wagen zu bekommen ist genau dass, was einen Einkauf bei den Discountern dieser Welt so absolut unerträglich macht.
Einkaufen in diesen Läden bereitet absolutes körperliches Unwohlsein. Es lebe die Zeit mit einem guten, geregelten Einkommen – da gehts dann zu EDEKA, mit der Frage: Darf ich Ihnen das einpacken?
— Björn 14 September 2007, 18:53 #
Bevor ich es vergesse: Ich gehe jetzt hier einkaufen:
www.bos-food.de
— Björn 14 September 2007, 18:55 #
Oh nee… ich will doch meine Zeit nicht im Supermarkt verschwenden. Schnell rein, schnell durch (schnell alles finden!!!!!! Auch was, was der Edeka nicht kann. S.a. hier) und schnell wieder raus.
— Katrin 14 September 2007, 22:16 #
“Darf ich es Ihnen einpacken” ist die Frage der Wahl. Alles andere ist Stress!
— Gunther 17 September 2007, 11:11 #
Wieso muss eigentlich alles optimiert werden? Jetzt muss man auch noch beim Einkaufen 100%ig funktionieren. Ich finde Einkaufen grundsätzlich entspannend und finde diese Schallgeschwindigkeitskassiererinnen echt anstrengend!
— Dani 18 September 2007, 17:54 #
Klar, entweder die müssen langsamer werden oder die Kunden schneller. Aber so wie’s im Moment ist, passt es aus Kundensicht nicht zusammen. Aus Unternehmenssicht soll aber an die Kosten gedacht werden, d.h. möglichst wenige Kassierer bei möglichst vielen Kunden. Deshalb wird ersteres wohl leider nicht geschehen …
— Katrin 18 September 2007, 18:10 #
Naja, vielleicht wird das ja eine Marktlücke!
Relaxshopping: Der harmonische Feierabendeinkauf.
Stellt sich die Frage, ab wann Konsumenten bereit sind, für die Entschleunigung ihres Lebens zu bezahlen. Das kann ich mir schon vorstellen, wenn auch nicht als erstes im Bereich LEH.
— Sigrid 18 September 2007, 18:29 #
Ist er damit geboren – unser großer Durchbruch????
— Katrin 18 September 2007, 19:01 #
Also die Einpacker tragen m.E. schon viel zur Entspannung bei, weil ich mich damit ja aus dem Prozess verabschiede und am Ende nur noch bezahlen muss – mit Karte versteht sich, denn das dauert ja länger (dafür krame ich allerdings nicht nach meiner Payback o. Ä. ;) ).
Aber im Endeffekt bin ich doch der Kunde und wenn ich langsam bin, bin ich eben langsam und wenn sich daraus ne lange Schlange bildet, ist es nicht mein Problem. Also: Mut zur Langsamkeit, wo nötig und gewünscht!
— Gunther 18 September 2007, 21:21 #
Da musst Du eben mit der Payback Plus – EC – Karte bezahlen (bei Partnern) oder mit der Payback Premium – Visa – Karte bei nicht-Partnern…
Und diese Einpacker sind auch viel zu langsam! Denen will man ja eigentlich immer unter die Arme greifen, damit es mal ein bisschen schneller geht!
— Katrin 19 September 2007, 09:38 #
... und ich werde am Ende des Kassiervorgangs sogar ganz ruhig und packe mein Portemonnaie weg bzw. die letzten Sachen in den Karton. Denn niemand hat so wenig Zeit, dass er nichtmal 10 Sekunden auf seinen Vordermann warten kann. Auch die Kassiererin nicht. Die muß meine Sachen auch nicht hinten von der kleinen Ablage schubsen, nur weil vorne schon die/der Nächste drängelt. Es sind in der Regel nämlich 4 Kassen frei und nur eine besetzt … das ist das Problem!
— Andreas 20 September 2007, 23:37 #
Ablaufbänder sind natürlich bei den knallhart kalkulierten Verkaufsflächen bei Aldi aus Platzgründen nicht drin.
Ich gehe im übrigen seit einiger Zeit sehr gerne in den Edeka in der Römerstrasse in Ingolstadt. Und die dortige Konzeption passt wohl am Besten zum Begriff des Relaxshoppings: Große Auswahl, Kaffeebar und Springbrunnen in der Mitte, Regalhöhe 1,70 m so dass man den ganzen Laden überblicken kann, stylische self-checkout-Kassen mit Fingerprintreader als Ergänzung zur normalen Kassiererin, hochwertigste Einkaufswägen mit besseren Kugellagern und Rollen, nettes Lichtkonzept, und vor allem: Keine nervigen Mitkunden, hilfreiche Angestellte und immer noch halbwegs moderate Preise!
— Nils 27 September 2007, 03:42 #
Leider ist besagter edaka eher schlecht sortiert .
Und Andreas scheint wohl nicht so oft bei Aldi einzukaufen. Denn im Rahmen der Effizienzsteigerung ist da nie eine Kasse auch nur 1 Minute länger besetzt als nötig und die Kassierer scheinen zum schubsen angehalten zu sein ;-)
— Katrin 27 September 2007, 10:32 #