Richlist
Als Freund des Quantifizierens war ich natürlich sehr davon begeistert als uns die Marketing-Abteilung das Tool zur Netzwerkbewertung vorgestellt hat.

Nun gibt es wieder ein neues Ranking, in dem sich der wettbewerbsorientierte Ex-BWL-Student benchmarken kann. Die internationale Richlist
Fühlt man sich danach besser? Ich sage, nein! Denn wenn es uns schon soooo gut geht, dann ist ja kaum noch eine Steigerung möglich…. Wie demotivierend!


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Naja, aber den Gedanken dahinter finde ich nicht ganz von der Hand zu weisen.
Eine Sache ist natürlich, dass jeder Hartz-IV-Empfänger im Vergleich zu den ärmsten in Afrika ein wahres Königsleben führt. Jeder in Deutschland würde also nach ganz rechts auf der Skala rutschen. Deshalb darf man trotzdem wann immer man möchte nach finanzieller Verwirklichung streben und muss auch nicht bei jedem alten Brotrest Wegwerfen ein schlechtes Gewissen haben.
Andererseits: Wenn ich mal wieder enttäuscht bin, dass ich mir diesen Monat den tollen Hilfiger-Pullover nicht leisten kann und auf den neuen Monat warten muss, schadet es mir nun wirklich nicht, auch mal daran zu denken, wie es im Großteil der Welt so aussieht.
Dazu drängt sich mir die intime Frage auf: Regt Euch die Weihnachtszeit wie so viele Deutsche zum Spenden für wohltätige Zwecke an?
— Sigrid 13 Dezember 2007, 11:15 #
Also ich sehe das ähnlich wie Sigrid. Mein erster Gedanke war eher: Wie krass. Und besser gefühlt habe ich mich auch nicht, aber nicht unbedingt weil mir das Aufstiegspotential fehlt, sondern weil es einfach die Ungleichverteilung des Reichtums zeigt. Und das macht mich schon nachdenklich.
Die Weihnachtszeit ist die letzte Zeit in der ich igendetwas spende! Und das hat einen einfach Grund: Ich bekomme einen riesigen Hass auf die ganzen Organisationen. Wenn mir Unicef unaufgefordert irgendwelche Karten schickt, dann finde ich das einfach nur unverschämt. Die Weihnachtszeit wird ganz plump ausgenutzt um bei den Leuten auf die Tränendrüse zu drücken.
Und letztenendes ist das der gleiche Mechanismus wie beim Ablasshandel, man versucht den Leuten zu suggerieren, dass sie mit einer Spende dann beruhigt Konsumieren und Weihnachten feiern können.
— customerofhell 13 Dezember 2007, 14:05 #
Also spendest Du grundsätzlich im Sommer? ;-)
Wir verschicken zu Weihnachten tatsächlich immer Unicef-Karten, weil die auch nicht schöner oder hässlicher, billiger oder teurer als andere sind und über 50% des Preises für nicht-kommerzielle Zwecke verwendet werden. Allerdings haben wir sie immer im Laden gekauft oder bestellt, aber nie dreist aufgedrückt bekommen. Projekt Tränendrüse zur Weihnachtszeit ist natürlich nicht zu leugnen.— Sigrid 13 Dezember 2007, 14:26 #
Was wir zu Hause so alles zugeschickt bekommen ist echt unglaublich, deswegen weigere ich mich da was zu spenden.
Ich spende tatsächlich das ganze Jahr über. Wenn du irgenwo im Parlament sitzt, gibt es viele Gelegenheiten wo es sich anbietet und wo man eben einen unmittelbaren Bezug hat.
— customerofhell 13 Dezember 2007, 22:03 #
Ich würde ja lieber mal irgendwo wirklich mithelfen und nicht nur Geld geben. Aber mal im Ernst, das machen die Dir echt schwer. Selbst die regionalen “Tafeln” kommunizieren auf ihrer Homepage nur dass sie Unterstützung in Form von Geld wollen und da steht nichts von freiwilligen Helfern!! DAS macht mich nachdenklich!
— Katrin 14 Dezember 2007, 08:22 #
Dazu kann ich nur sagen, dass dieses Problem nicht nur regional ist. Meine Cousine koodiniert für die UN in Europa die “Volunteers” und wenn du da kein abgeschlossenes Ingenieurs-Studium hast und dich mit Brunnen auskennst, dann spende lieber.
Nehmen keinen einzigen “normalen”.
— Jojo 14 Dezember 2007, 08:47 #